DEGUM-UpDate Sektion Anästhesiologie – Juli 2025

Warum das DEGUM UpDate für RMHz ein Highlight war

Technik soll der Präsentation und den Inhalten dienen

Hier trennen wir das Technische vom Inhaltlichen. Aus technischer Sicht war es eine Mammutaufgabe. Ein Webinar mit mehreren Kameras und den entsprechenden Audiokanälen zu schalten, war für uns als Ärzte eine Entdeckungsreise mit ungewissem Ausgang. Zwar hatten wir in den letzten Jahren – bereits vor RMHz-Zeiten – erste Erfahrungen mit Multicam-Präsentationen auf zwei Beamern gesammelt, dieses Mal wollten wir jedoch noch mehr. Wir hatten eine visuelle Radio-Show mit gutem Inhalt im Sinn, was uns direkt zum Inhaltlichen bringt. 

Ein Multi-Camera-Stream des DEGUM-UpDates der Sektion Anästhesiologie im Jui 2025. Live-Sonografie aus dem Studio Radiomegahertz
Daniel Radny | Radiomegahertz

Regionalanästhesie bei Operationen an der Schulter

Inhaltlich: ein wichtiges Thema für viele Anästhesist*innen

Das Thema wurde bewusst so gewählt, weil es (a) klinisch relevant ist und (b) bereits viel Material, wie beispielsweise einen Podcast und einen Blogbeitrag, dazu vorhanden war. Dadurch blieb etwas mehr Zeit für die technische Umsetzung. Dr. Rainer Litz führte durch das komplexe Thema der Regionalanästhesie (RA). Welche Anforderungen haben die Operateur*innen? Was erwarten Patient*innen? Welche Vorteile bietet die RA bei Operationen in sitzender Position?

Anatomie für die RA bei Schulteroperationen

Prof. Dr. Georg Feigl versorgte die Teilnehmenden mit Wissen und zeigte dabei anatomische Zeichnungen, die sich auf das für die Blockade notwendige anatomische Wissen fokussierten. Dieses anatomische Verständnis hat meine Denkweise revolutioniert. Die Anatomie ist die Basis für die Interpretation des sonografischen Schnitts, also die korrekte Interpretation des B-Bildes in die Sonoanatomie.

Wie viel Wissen kann in einem Webinar vermittel werden?

Ich kann einen guten Film problemlos 90 Minuten lang ohne Ablenkung verfolgen. Doch wie sieht es mit komplexen Inhalten über drei Stunden aus? Die nüchterne Wahrheit wird wahrscheinlich sein: nicht viel. Deshalb glaube ich an die Reduktion auf das Wesentliche. Dieses muss so aufbereitet und medial präsentiert werden, dass es sich möglichst einfach im Gedächtnis verankert. In der Medizindidaktik werden entsprechende Techniken vermittelt. Eine Möglichkeit ist beispielsweise, die Teilnehmenden interaktiv einzubinden.

Wie viel Interaktion ist in einem Webinar möglich?

Um die Aufmerksamkeitsspanne zu erhöhen, wurde versucht, ein Online-Abstimmungstool einzubinden. Zwar erforderte dies einen zusätzlichen Video-Feed nebst Computer, dennoch sind wir von RMHz der Meinung, dass diese vergleichsweise simple Technik der Wissensvermittlung nützlich ist. Natürlich nur, wenn die Frage auf den Lehrinhalt ausgerichtet ist und anschließend in der notwendigen Tiefe beantwortet wird.

Kerngeschäft: die ultraschallgestüzte Blockade

Die Sonografie steht natürlich im Mittelpunkt der DEGUM und nicht, wie teilweise unsauber getrennt, die Ausbildung in der Regionalanästhesie. Hier ist die Fachgesellschaft gefragt. 

Wie tief taucht man aber online in die Materie der sonografisch gestützten Intervention ab? Während der live-Sonografie wurde ein Mittelweg gewählt: Grundlagen für Neulinge mit Verweise zu Vertiefung, Sondenhaltung und -führung  für alle (das ist ein Evergreen) und zwei bis drei technische Hinweise für Sono-Nerds. Kernaussage: jeder kann es lernen, wenn die „Sono-Trias“ erkannt wird (Anatomie, Physik und Kanülenführung). 

Zugegeben, wir hatten exzellente sonografische Bedingungen. Dazu kam ein gut ausgestattetes Ultraschallsystem mit neuester Technologie. In der klinischen Praxis ist die Sonoanatomie im OP nur selten so perfekt zu sehen und noch seltener sind solche High-End-Systeme in jeder Narkoseeinleitung vorhanden.

Für die Vermittlung der Sonoanatomie, in unserem Fall begleitet von gezeichneter makroskopischer Anatomie, sind jedoch Top-Bedingungen sinnvoll. Klinische Aufnahmen unter Studio-Bedingungen ergänzen dann die Inhalte. Dazu gehören auch Erklärungen zum Vorgehen bei nicht optimalen Bedingungen.

Was ist die ideale Zeitspanne für ein Webinar?

Für die Aufgabe „Ultraschallgestützte Regionalanästhesie für Operationen an der Schulter” ist es schwierig, eine Zeitspanne zu benennen. Eine allgemeine Zeitspanne gibt es nicht, wohl aber für ein typisches Webinar. Diese beträgt 40 bis 60 Minuten. Aus didaktischer Sicht sollte alles, was länger als eine Stunde dauert, interaktiv und mit mehreren Pausen aufgebaut werden.

Ein Webinar mit komplexen medizinischen Inhalten muss vorbereitet sein, um einen Zeitplan, unabhängig von der Zeitspanne, möglichst genau einhalten zu können.

Welche Aussagen präsentiere ich wann und wie? Und wie viel Zeit steht mir dafür zur Verfügung? Im Idealfall sind diese Fragen für die Referierenden bereits geklärt und alle sind sich einig. 😉 Doch selbst wenn alle oben aufgeführten Fragen bereits beantwortet sind, gibt es Unterschiede zwischen einem Vortrag auf einem Kongress, einem Workshop und einem DEGUM-UpDate ONLINE.

Meiner persönlichen Meinung nach (Tim Mäcken) wurde das hoch gesteckte didaktische Ziel dieser DEGUM-Aktualisierung nicht erreicht. Es war jedoch ein großartiger Anfang im Hinblick auf die Präsentationstechnik und die Aufarbeitung der Inhalte. Ich freue mich sehr auf das nächste Mal und bin gespannt, wie es weitergeht.

N. phrenicus, Nn. supraclaviculares - Bedeutung für die interskalenäre Blockaden. Degum UpDate der Sektion Anästhesiologie. Radiomegahertz
Anatomische Zeichnungen (Prof. Dr. Georg Feigl)
N. phrenicus, Darstellung hochauflösend im Webinar. DEGUM UpDate der Sektion Anästhesiologie. Radiomegahertz
Live-Sonografie (Dr. Tim Mäcken)

Bericht aus der Sektion

DEGUM-Sektion Anästhesiologie

Die Update-Reihe der Sektion wurde vor vielen Jahren ins Leben gerufen, um den Sektionsmitgliedern regelmäßig sonografische Inhalte und Informationen zur Sektionsarbeit anbieten zu können. Die jährlichen Mitgliedertreffen vor Ort wurden auf drei bis vier Termine erweitert. Die Webinartechnik war damals bei weitem nicht so ausgereift wie heute, und Kameras sowie Videokonverter waren unbezahlbar. Technisch hat sich mittlerweile vieles geändert. Heute kann jeder mit wenig finanziellem Aufwand in ausreichender Qualität streamen. Der Tagesordnungspunkt „Bericht aus der Sektion” hat sich hingegen nicht geändert. Zugegeben, nach zweieinhalb Stunden „medizinischem Vollbeschuss” ist das Gehirn stark belastet und der Bericht wurde bei diesem Update im Juli 2025 darum stark verkürzt. Wichtig ist er aber dennoch. Ich bin gespannt, wie sich die Update-Reihe in den nächsten Jahren inhaltlich und medial aufstellen wird.

Bericht aus der Sektion (Dr. Rainer J. Litz)

Persönliches Fazit

Das aus dem Studio Megahertz gestreamte DEGUM-UpDate war für Daniel und mich ein erfolgreiches Seminar. Viele Rückmeldungen von den Teilnehmern haben uns darin bestärkt. Auch seitens der DEGUM gab es Lob. Ein Dank von den Referenten und RMHz geht an die DEGUM, weil sie u. a. die Kosten für das Zoom-Upgrade mit höherer Bandbreite übernommen haben (ohne vorher zu wissen, was wir geplant haben). 

War dieses Update verbesserungsfähig? Bei meiner Vorstellung einer rein online-geführten Veranstaltung würden weitere Interaktionen mit den Teilnehmern stattfinden. Zudem könnte man eine größere Palette an Online-Tools verwenden. Perfekt wäre vor allem die didaktisch sinnvollere Trennung von Online-Content und zusätzlichem Material zur Vertiefung. Vielleicht klappt das ja eines Tages. Träumen ist erwünscht, und manchmal werden Träume wahr.

Ein Dank geht an Dr. Rainer Litz für die Idee und Konzeption sowie an Prof. Dr. Feigl für die anatomische Unterstützung. Vielen Dank auch, dass ihr euch den technischen Anforderungen von Studio Megahertz gestellt habt.

DEGUM-UpDate Sektion Anästhesiologie - Thema: Regionalanästhesie in der Schulterchirurgie
Tim Mäcken / Rainer J. Litz / Georg Feigl
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